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„Irgendwas mit KI“ ist keine Strategie — aber es ist ein guter Anfang. Hier ist die Landkarte der Anwendungsfelder, die uns in eigener Werkstatt und in Gesprächen mit Betrieben real begegnen: gestaffelt nach Einstiegsrisiko, viele mit der Frage, die vor dem Bauen beantwortet gehört. Welche davon sich für Ihren Betrieb rechnen, klärt der Prüfstand — mit Messung und Verdikt, nicht mit Begeisterung.

Stufe 1: Die Einstiege — interner Nutzen, geringes Risiko, schnell spürbar

1. Dokumente und Verträge befragen

Aus unserer Sicht das Kraftzentrum: Verträge, Handbücher, QM-Dokumentation, Projektakten und Alt-Angebote werden zur befragbaren Wissensbasis — „Wo steht…?“, „Wie war geregelt…?“ beantwortet die Maschine mit Fundstelle statt mit Suchen-Nachmittag. Weil hier oft Sensibles liegt, gehört dieses Feld meist auf lokale Systeme. Die Qualitätsfrage vor dem Bauen: Zitiert das System die Fundstelle — und sagt es „steht nicht in den Unterlagen“, statt zu erfinden?

2. Diktat und Transkription

Besprechungen, Berichte, Service-Protokolle: gesprochen statt getippt. Für Berufe mit Schweigepflicht gehört das aus unserer Sicht auf lokale Systeme — dann aber ist es ein Werkzeug, das im Alltag Zeit zurückgibt.

3. Posteingang vorsortieren

Die Maschine sortiert den Posteingang vor: Sie erkennt, worum es in einer Mail geht, ordnet sie dem richtigen Vorgang zu und legt zu Anfragen einen Antwort-Entwurf bereit. Geprüft und versendet wird von Hand. Der Gewinn liegt nicht im Automatischen, sondern im Vorsortierten.

4. Belege und Rechnungen auslesen

Tipparbeit vor der Buchhaltung schrumpft deutlich: Belege werden erfasst, strukturiert und an die Buchhaltung übergeben.

5. Protokolle und Berichte erzeugen

Aus Stichpunkten wird der Wochenbericht, aus der Aufnahme das Besprechungsprotokoll — im Stil des Hauses, zur Freigabe vorgelegt.

Stufe 2: Die Kern-Anwendungen — Ihr Wissen, produktiv gemacht

6. Der interne Firmen-Chatbot

Feld 1 mit Chat-Oberfläche für alle: Onboarding-Fragen, Prozess-Wissen, „Wie macht man bei uns…?“ — das Wissen der erfahrenen Köpfe wird abrufbar, ohne dass die erfahrenen Köpfe unterbrochen werden. Ein interner Bot spricht nur mit den eigenen Leuten — was er falsch beantwortet, bleibt im Haus und lässt sich korrigieren, bevor es jemand draußen liest. Deshalb ist er aus unserer Sicht der richtige erste Bot.

7. Angebots-Assistenz

Alte Angebote, Preislisten und Leistungsbeschreibungen als Wissensbasis — neue Angebote können in Minuten statt an Abenden entstehen. Aus unserer Sicht einer der unterschätzten Hebel im Mittelstands-Vertrieb.

8. Übersetzung und Mehrsprachigkeit

Anleitungen, Dokumentation, Korrespondenz — mehrsprachig, bei Bedarf komplett im Haus.

9. Bild-Erzeugung im Betriebsalltag

Werbemittel, Produktvarianten, Aushänge, Social-Material — aus eigener Werkstatt, oft in Minuten statt in Tagen.

Stufe 3: Die Folgeaufträge — Außenwirkung, nur mit Prüfung davor

10. Der externe Kunden-Chatbot

Ein Bot, der mit Ihren Kunden spricht, spricht in Ihrem Namen — 2024 wurde eine Fluggesellschaft zur Erstattung einer Preisdifferenz verurteilt, nachdem ihr eigener Website-Bot eine Rabatt-Regel erfunden hatte (Moffatt v. Air Canada, 2024). Deshalb gehört vor jeden Livegang eine dokumentierte Probefahrt: Erfindet er Regeln? Verweist er bei Preis- und Vertragsfragen an Menschen? Wer pflegt seine Inhalte, wenn sich die Wirklichkeit ändert? Ab dem 2. August 2026 greift zudem die Kennzeichnungspflicht der EU-KI-Verordnung (Art. 50).

11. Der KI-Telefonassistent

Nimmt an, was sonst in der Mailbox landet, qualifiziert das Anliegen, bietet Termin oder Rückruf — mehr dazu hier. Anruferdaten sind personenbezogene Daten: Anbieterwahl mit Sitz, Serverstandort und Vertragslage prüfen.

12. Prozess-Automation mit Kontroll-Gates

Wiederkehrende Regel-Prozesse laufen selbständig — und eskalieren an Menschen, sobald etwas vom Muster abweicht. Der Grundsatz aus unserer eigenen Betriebspraxis: Automatisiere die Regel, eskaliere den Zweifel. Automation ohne Eskalations-Pfad ist keine Automation, sondern ein unbeaufsichtigtes Risiko.

Der Querschnitt über allem: die Datenklassen-Frage

Keines dieser zwölf Felder beginnt mit der Frage „Welches Tool?“ — alle beginnen mit „Welche Daten fließen hinein, und wohin dürfen sie?“ Nach unserer Arbeitsregel: Öffentliches in große Cloud-Modelle, Auftragsverarbeitung zu EU-Anbietern, Hochsensibles bleibt im Haus. Ob eine Datenklasse das Haus verlassen darf, entscheidet Ihr Datenschutzbeauftragter — welches Werkzeug dann das richtige ist, ist unsere Arbeit.

Und welches Feld ist Ihres?

Genau das ist die falsche Frage zum Selbstbeantworten — und die richtige für zwei Tage Prüfung: Im Prüfstand werden Ihre Ideen gegen Ihre Zahlen gehalten, am Ende steht ein Verdikt je Idee: Bauen, Parken oder Verwerfen. Wie diese Prüfungen aussehen, zeigt das Befunde-Archiv.

Vorgespräch anfragen: daniel@consultd.de · +49 40 3071 4778


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